Über das Projekt

Mosqua wirdet Teütsch / auch Reissisch gleich / aber auf Latein Moscovia genant / […] / desselben […] macht und gepiet sich verr in die leng und weit erstreckt / Die zu beschreiben wird ich müessen vil örter gegen Mitternacht gelegen berüren / die den Voreltern / auch denen / so zu unsern zeiten davon geschriben / nit wol bekant sein gwest.

Sigismund von Herberstein
Rerum Moscoviticarum Commentarii, 1557

Viel Zeit ist vergangen, seitdem der österreichische Gesandte und Begründer der Russlandkunde diese Worte niederschrieb. Viele sind seitdem seinen Pfaden gefolgt. Vieles hat sich seitdem verändert. Eines jedoch nicht – Russland zu beschreiben ist nach wie vor ein immenses Unterfangen.

Kleine Ausschnitte des großen Ganzen

9000 km von Osten nach Westen, 4000 km von Norden nach Süden. 17 Millionen Quadratkilometer. 144 Millionen Einwohner. Knapp 100 ethnische Gruppen. Hinter diesen blanken Fakten verbirgt sich eine schier endlose Zahl an Geschichten, Begegnungen und Erlebnissen, an Faszinierendem und Kuriosem, an Unglaublichem und Unverständlichem.

Rerum Russiae Commentarii (Rerusco) möchte – seinerseits den von Herberstein eingeschlagenen Weg fortsetzend – über solche Geschichten berichten und auf diese Weise zumindest einige kleine Mosaiksteinchen zu dem komplexen Bild hinzufügen, in dem sich uns Russland bei genauerer Betrachtung präsentiert. Unser Ziel ist es, durch Beiträge unterschiedlicher AutorInnen, die sich an völlig verschiedenen Orten im Land befinden, ein möglichst differenziertes, vor allem aber ein vielschichtiges Russlandbild zu entwerfen und auch die Regionen verstärkt in den Fokus zu rücken.

Unsere AutorInnen sind dabei zwar in gewisser Weise Reisende, nicht aus dem Land selbst Stammende. Doch für sie Alle wurde aus verschiedenen Gründen Russland zu einer Station mit längerem Aufenthalt, mit persönlicher Einbindung in einen Teil des Alltags und des Lebens vor Ort. Teilnehmende Beobachtung im beinahe klassischen Sinne. Sich mit dem Blick von außen dem „Drinnen“ nähern.

Vielstimmigkeit und Formenvielfalt

Das Projekt entstand aus der Initiative einer Handvoll Personen heraus, die selbst für einen gewissen Zeitraum in Russland gelebt und gearbeitet haben und nebenbei auch regelmäßig ihre Erlebnisse und Erfahrungen in eigenen Blogs veröffentlichten. Bei den zahlreichen Reisen durch das Land wurde zudem immer wieder klar, dass es gar nicht so Wenige sind, die einen ähnlichen Weg eingeschlagen haben. Und alle hatten Interessantes zu berichten.

Rerusco versteht sich daher als ein Gemeinschaftsprojekt, als eine offene Plattform zur Sammlung von Geschichten und Berichten. Wir sind also auch immer auf der Suche nach neuen Autoren und Autorinnen. Thematisch sind dem keine Grenzen gesetzt sein. Die Vielfältigkeit dessen, was unseren AutorInnen während ihrer Zeit in Russland begegnet, ihr eigener Blick und ihre eigenen Interessen, mit denen sie wiederum dem Land begegnen und es wahrnehmen – all das soll hier seinen Ausdruck finden können.

Da jeder Autor/jede Autorin darüber hinaus auch seinen/ihren eigenen Stil besitzt, sollen auch die Formen der Darstellungen offen sein. Ob ausführliche Reportage zu einem bestimmten Thema, kurzer Bericht über Geschehenes, persönliche Beobachtungen zum alltäglichen Leben oder Fotoserien als Mittel der Annäherung – alles ist möglich, alles ist erwünscht.

Wir wünschen Euch und uns eine spannende Entdeckungsreise!