Graschdanskaja Oborona – Punk und Protest in einer Zeit des Umbruchs

Mitte der 1980er Jahre wurde Punk in den Metropolen des Westens endgültig Mainstream. In den großen Städten östlich vom bröckelnden „Eisernen Vorhang“ gewann die Bewegung zeitgleich erst richtig an Fahrt. Von Anfang an kriminalisiert, verfolgt und eingeschüchtert blieben Punks dort im Untergrund und traten dafür umso staatskritischer auf. In Sibirien formierte sich mit der Band Graschdankskaja Oborona 1984 eine besonders radikale Strömung – „sibirskij pank“, sibirischer Punk.

Graschdanskaja Oborona (dt. „Bürgerwehr“, „Zivilverteidigung“, kurz: G.O.) war eine der einflussreichsten und wenigen auch international bekannten russisch-sowjetischen Bands der 1980er und 90er Jahre. Von 1984 bis 2007 veröffentlichte die Band mehr als 30 Alben. 2008 löste sie sich nach dem Tod des Sängers Jegor Letow auf. Bekannt ist die Band vor allem für die ersten Alben, welche noch in Letows Wohnung in Omsk aufgenommen und über Tonbandkopien verbreitet wurden.

Während G.O. in Russland immer noch als Legende gefeiert werden und 2014 sogar ein Film zu ihren Ehren in den Kinos ausgestrahlt worden ist, gilt die Band im Ausland als umstritten. Bei einem Konzert der Gruppe 2002 im Berliner Kunsthaus Tacheles wurde Jegor Letow, der polarisierende Frontmann der Gruppe, von der örtlichen Antifa vom Auftritt abgehalten. Der Hintergrund – 1993 war Letow Gründungsmitglied der Nationalbolschewistischen Partei gewesen und war durch einige seiner Äußerungen in Verruf geraten.[1] Danach hat er sich allerdings von seiner politischen Karriere distanziert.

Seine zum Teil widersprüchlichen und provozierenden Äußerungen haften dem Image von G.O. aber immer noch an. Trotzdem hat die Band unsere Aufmerksamkeit verdient. Denn mit ihrer politischen Sinnsuche, der verbitterten Radikalität und Bedrücktheit sind G.O. vielleicht Ausdruck eines ganzen Jahrzehnts.

„Verfluchte Jugend“

In Omsk, der Geburtsstadt von Jegor Letow, scheint sich niemand so recht an den bekannten Sohn der Stadt erinnern zu wollen: Sein Grab auf dem Friedhof „Wostotschnoje Kladbische“ markiert nur ein lieblos ausgedrucktes DIN A4 Porträt mit verwaschenen Farben und über die Adresse seines ehemaligen Wohnortes ist man sich nicht einig.

Im 600km entfernten Nowosibirsk ist die Erinnerung an Graschdanskaja Oborona dafür umso lebendiger. Wer aufmerksam durch die Stadt läuft, der findet Sticker und vereinzelt Graffiti mit dem Konterfei Letows an Hauswänden und Straßenlaternen. Viele der Studenten im „Akademgorodok“, der etwas außerhalb gelegenen Universitätsstadt, kennen die Band und besuchen Konzerte von „Kommunism“, welche sich aus den übriggebliebenen Mitgliedern von G.O. zusammensetzt.

Nowosibirsk, so könnte man behaupten, war so etwas wie die Haupstadt des „sibirskij pank“, denn hier formierten sich die ersten sibirischen Punkbands, und hier waren G.O. hauptsächlich aktiv. Zwar befand sich Letows bescheidenes Heimstudio in Omsk, allerdings gab es in der ärmlichen Industriestadt kein Publikum für seine Musik. Ganz anders in Nowosibirsk, wo Studenten der renommierten nowosibirsker Universität ein paar mehr Freiheiten genossen als anderswo in der Sowjetunion.

Die ersten Alben, die G.O. schon 1984 produzierten, verbreiteten sich hier schnell auf gebrannten Tonbändern und später auf Kassetten. Musikalisch waren die ersten Alben etwas unbeholfener Punk, die Texte trotzig-aufmüpfig:

„[…]
Не надо нас пугать
Нам нечего терять
[…]
Пусть вводится военное положенье –
поганая молодёжь
Да здравствует Гражданская Оборона –
поганая молодёжь
Ведь всё равно становится всё больше панков –
поганая молодёжь
Ведь всё равно становится всё больше больше –
поганая молодёжь
[…]“

„[…]
Ihr müsst uns nicht einschüchtern
Wir haben nichts zu verlieren
[…]
Ihr könnt ruhig das Kriegsrecht ausrufen –
verfluchte Jugend
Hoch lebe die Zivilverteidigung –
verfluchte Jugend
Denn es wird trotzdem immer mehr Punks geben –
verfluchte Jugend
Denn es werden trotzdem immer mehr und mehr –
verfluchte Jugend
[…]“

Aus: Poganaja Molodjosch (dt. etwa „Verfluchte Jugend“), Poganaja Molodjosch, 1985
(eigene Übersetzung)

1985-1989: Mit Sarkasmus gegen KGB und Perestroika

Der Winter 1985 war vielleicht so etwas wie ein Wendepunkt in der Geschichte von Graschdanskaja Oborona. Die örtliche KGB-Stelle war auf die Aktivitäten von Letow und dem zweiten Mitglied und Bassisten der Gruppe, Konstantin Rjabinow, aufmerksam geworden. Dem Kollektiv wurde plötzlich vorgeworfen, einen Anschlag auf die omsker Erdölraffinerie zu planen. Rjabinow wurde daraufhin trotz Herzschwäche zum Wehrdienst eingezogen, Letow befragte man einen Monat lang unter Einsatz von Psychopharmaka, schließlich wurde er in eine Psychiatrie eingewiesen. Die genauen Umstände sind strittig, die Zwangseinweisung von „Diversanten“ war in der UdSSR allerdings nicht ungewöhnlich.

Als er schließlich nach drei Monaten freikam, war Letow gezwungen, sich von der Musikszene fernzuhalten. Die Maßnahme verfehlte allerdings ihr Ziel und trug eher noch zur Radikalisierung Letows bei. Die Jahre 1987-1989 wurden sogar die produktivste Zeit der Gruppe, in der 17 Alben entstanden. Musikalisch gesehen waren die Alben der Zeit ein deutlicher Fortschritt: die Abkehr vom reinen Punk nach westlichem Vorbild zu Experimenten mit anderen Genres. Auch die Texte wurden komplizierter, symbolischer, spitzer. Aus ihnen spricht eine noch verhärtete Sturheit und frecher, lakonischer Sarkasmus. Ein Beispiel ist das 1987 erschienene „Totalitarism“, in dem Letow mit KGB Major Wladimir Wassiljewitsch Meschkow abrechnet, welcher seine Einweisung veranlasst hatte.

„[…]
Майор их передушит всех подряд,он идёт
Он гремит сапогами,но упал гололёд
И мы—лёд под ногами майора!
[…]
Пока мы существуем- будет злой гололёд
И майор подскользнется,майор упадёт
Ведь мы—лёд под ногами майора!“

„[…]
Der Major erstickt/zermalmt sie alle nacheinander
Er donnert mit den Stiefeln, aber es hat sich Glatteis gebildet
Und das Eis unter den Stiefeln des Majors sind wir!
[…]
Solange wir leben, werden wir böses Glatteis sein
Und der Major wird stolpern, der Major wird fallen
Denn wir sind – Eis unter den Stiefeln des Majors!“

Aus: My – ljod (dt. „Wir sind Eis“), Totalitarism, 1987
(eigene Übersetzung)

Mit der Perestroika brach eine Zeit größerer Freiheit für Musiker an. Doch mit Liedern wie (übersetzt) „KGB“, „Der Stärkste hat recht“, „Ein Tag im Leben des Iwan Denisowitsch“ und „Kamerad Gorbatschow“ ignorierten G.O. bewusst alle Grenzen der neuen Freiheit. Das wohl bekannteste Lied der Zeit wurde „Wsjo idjot po planu“ (dt. „Alles läuft nach Plan“) des gleichnamigen Albums:

„[…]
А при коммунизме всё будет заебись
Он наступит скоро — надо только подождать
Там всё будет бесплатно,там всё будет в кайф
Там наверное вощще не надо будет (умирать)
Я проснулся среди ночи и понял, что –
ВСЁ ИДЁТ ПО ПЛАНУ!“

„[…]
Aber im Kommunismus wird alles supergeil
Bald ist es soweit – wir müssen nur noch ein bisschen warten
Dann wird alles kostenlos sein, dann wird alles Kaif [2]
Dann müssen wir wahrscheinlich überhaupt nie mehr sterben
Ich bin mitten in der Nacht aufgewacht und habe verstanden:
ALLES LÄUFT NACH PLAN!“

Aus: Wsjo idjot po planu (dt. „Alles läuft nach Plan“), Wsjo idjot po planu, 1988
(eigene Übersetzung)

Eindrucksvoll folgt auf das Lied eine triefend ironische Akustikversion der Hymne der UdSSR.

Der Preis für den offenen Spott an Regierung und Geheimdienst war die erneute Zwangseinweisung Letows und einige Monate Flucht vor dem KGB.

Die Neunziger: Nationalbolschewismus gegen Jelzin und den Kapitalismus

Nur einen Monat, bevor Boris Jelzin als erster direkt gewählter Präsident Russlands sein Amt antrat, starb Letows Freundin, die Sängerin und zeitweilig auch Mitglied der Band, Janka Djagilewa. Die Umstände ihres Todes sind nie geklärt worden und ihr Körper, der im Fluss Inja nahe Nowosibirsk gefunden wurde, ist nie obduziert worden. Offizieller Todesgrund ist Selbstmord. Hartnäckig hält sich allerdings das Gerücht, Letow habe sie in einer für ihn typischen Welle des Jähzorns umgebracht.

So markierte das Jahr 1991 in doppelter Hinsicht den traurigen Anfang einer neuen Epoche für Letow und G.O. – musikalisch, da fortan ohne Djagilewa, aber mehr noch politisch. Den selbsterklärten Feind, die sowjetische Oberschicht, welche die Ideen des Kommunismus in der Perestroika zur Unkenntlichkeit pervertiert hatte, gab es nicht mehr. Die Gruppe, jahrelang an Auftritte auf illegalen Festivals und „kwartirniki“ (Konzerte in privaten Wohnungen) gewöhnt, hatte plötzlich volle künstlerische Freiheit.

Doch genau das wurde gleichzeitig zum vorläufigen Ende der Band. „Sobald sie ein Genre wird, stirbt jede Bewegung“, äußerte sich Letow in einem Interview 1995 . Und: „Früher waren die Protestformen einfacher – dreckige Musik, dreckige Texte, Schimpfwörter. Jetzt ist Protest viel schwieriger, weil er legal ist“ (Interview 2001). So veröffentlichte die Band die nächsten zwei Jahre unter neuem Namen: „Jegor i Opisdnewschije“. Die beiden Alben, die in dieser Zeit entstanden, waren deutlich zugänglicher, viele Fans und Letow selbst hielten den Mix aus Postpunk, Garagerock und 60er-Psychedelika für seine besten Werke.

Vielleicht war es der Kern der Band, gegen alles und jeden sein zu müssen. Jedenfalls fand sie schnell ihre neuen Feinde: das liberale Regime Jelzins und Gaidars, die westliche Konsumkultur, die Kommerzialisierung des russischen Rock („kommerzieller Pop“ nannte ihn Letow abschätzig), ja selbst die eigenen Fans („müde Intellektuelle um die 30 und wilde, klauende 13- bis 15-jährige, die uns intellektuell nicht verstehen können“). Letows Meinungen wurden fortan widersprüchlicher und radikaler.

Vielleicht war es eine Reaktion auf das Chaos des „Wilden Kapitalismus“, in dem die „Neuen Russen“ („Nowije Russkije“) in ihren Mercedes-600 nachmittags auf ihrem Weg in die neuen Geschäftszentren in den großen Städten ganze Straßenzüge armer Rentner passierten, die versuchten, auf dem boomenden Schwarzmarkt irgendwas zu verkaufen. Vor dem Hintergrund von Armut und Bereicherung, Kriminalität und Korruption schien die neue Führung kaum besser als ihre sowjetischen Vorgänger.

Die Ereignisse vom Oktober 1993 wurden endgültig zum Wendepunkt: In den Augen Letows verlor Jelzin mit seinem Schießbefehl auf das im Weißen Haus versammelte Parlament jede Legitimität. Er äußerte sich nun offen anti-liberal, gleichzeitig pro-kommunistisch und nationalistisch. Es folgte ein Auftritt vor dem belagerten Weißen Haus und am 1. Mai 1994 ein weiteres Konzert auf einer pro-kommunistischen Versammlung vor der Moskauer Lomonossow-Universität. Die scheinbar radikale Wende der ehemaligen „Diversanten“ sorgte unter vielen der Alt-Fans für Aufregung. „Ich war nie gegen die Sowjetunion, sondern gegen die Form, die sie unter Breschnew usw. angenommen hat. Das hatte nichts mit Kommunismus zu tun.“, rechtfertigte sich Letow 1995.

1993 wurde Letow auf Anfrage seines Freundes Alexander Dugin neben Eduard Limonow drittes Gründungsmitglied der „Nationalbolschewistischen Partei Russlands“. Das Logo der Partei ähnelt der Hakenkreuzflagge Nazideutschlands: Hammer und Sichel in einem weißen Kreis auf rotem Untergrund. Die seit 2005 verbotene Partei rekrutierte Mitglieder mit skandalösen Slogans wie „Stalin! Beria! GULAG!“. Letow betonte später allerdings, dass Dugin und Limonow das Parteiprogramm geschrieben hätten. Er habe nur seine Unterschrift darunter gesetzt. Er selbst sei auch nie zur Wahl gegangen.

Noch im selben Jahr startete die Partei das Projekt „Russkij Proryw“. Als ihr Leiter sollte Letow die letzten „richtigen“ Rockgruppen der Sowjetunion zu einer „nationalistisch-kommunistische Rock-Bewegung“ zusammenbringen. Unter diesem Namen sollten Konzerte in ganz Russland abgehalten werden. Das Ziel: Aufruf zur Revolution. Auf die Absage einiger Bands hin fand die Konzertreihe zwar weniger ambitioniert aber trotzdem statt. Die Lieder, welche G.O. spielten, wurden 1994 erstmals wieder unter dem Namen „Graschdanskaja Oborona“ veröffentlicht. Mit knappen Texten und leichten, chortauglichen Melodien sollten Jugendliche gegen Jelzin mobilisiert werden – eine unmissverständliche Kampfansage.

„[…]
Вижy — поднимается с колен моя Родина!
Вижy,как из пепла восстаёт моя Родина!
Слышy,как поёт моя советская Родина!
Снова поднимается с колен моя Родина!“

„[…]
Ich sehe – mein Vaterland richtet sich auf!
Ich sehe, wie aus der Asche mein Vaterland wiederaufersteht!
Ich höre, wie mein sowjetisches Vaterland singt!
Aufs Neue richtet sich mein Vaterland auf!“[3]

Aus: Rodina (dt. „Vaterland“), Solnzeworot (dt. „Sonnenwende“), veröffentlicht 1997
(eigene Übersetzung)

1996 trat Letow aus der Partei aus. Danach hielt er sich politisch zurück, beantwortete in Interviews nur noch ungern Fragen zu Politik. Die letzten Alben der Band sind musikalisch an „Jegor i Opisdnewschije“ angelehnt, die Texte weniger politisch, es geht darin viel um Philosophie, Existenz und Drogen. Am 19. Februar 2008 starb Letow überraschend an einer Alkoholvergiftung.

Nachwort: Faschismus oder Provokation?

Doch auch nach seinem Tod haben Letow seine politischen Kontroversen nicht losgelassen. Vor allem sein möglicher Antisemitismus ist immer noch Thema unter Fans – wie eingangs erwähnt allerdings eher im Ausland als in Russland selbst. Die Fronten sind unversöhnlich in G.O.-Fans und -Kritiker geteilt, in Russland ist man allerdings wohl eher geneigt, Radikalismus mit dem Zeitgeist oder einem etwas abgehobenen philosophischen Konzept zu entschuldigen als in Deutschland.

Ein Artikel der „TAZ“ dokumentiert die Diskussion in Berlin um den abgesagten Auftritt von G.O. 2002 im Tacheles. Er zeigt vor allem die Ratlosigkeit, die viele hierzulande einholt, wenn es um das „richtige“ Verständnis von Provokation und Radikalismus in Russland geht. Zwischen Provokation und Geschmacklosigkeit verläuft eine feine Linie. Es gehörte aber auch zu Letow, genau solche Linien und Grenzen bewusst zu ignorieren und sich lieber der eigenen Widersprüchlichkeit zu ergeben, als ständig zu reflektieren.

 „Es kommt vor, dass das, was ich morgens denke, sich mit dem, was ich mittags denke, in tödlicher Konfrontation gegenübersteht. Und abends hat meine Antwort wieder ein komplett anderes Ausmaß. Ich habe schon oft gesagt und geschrieben, was ich als eine meiner größten Errungenschaften und Vermögen ansehe – dass ich zur gleichen Zeit sehr viel sein kann, in mir leben vielzählige, zum Teil absolut gegensätzliche Sichtweisen friedlich nebeneinander“

Die Äußerung bezog sich auf den Hintergrund zu seinem Lied „Nas mnogo“ (dt. „Wir sind viele“) vom 2005 erschienenen Album „Reanimazia“.

Ob man G.O. und Letow wegen mancher geschmackloser Provokationen und Ansichten lieber den Rücken kehren möchte, mag jedem selbst überlassen sein. Persönlich ziehe ich es vor, die Gruppe erstmal nur als das zu sehen, für das sie für viele ihrer Fans stand: die Wut gegen ein autoritäres System, Trotz, der Radikalität fordert, und das bedrückende Gefühl ständiger Fremdbestimmtheit.


Alle Fotos sind der offiziellen Website der Band gr-oborona.ru oder dem Fanportal grob-hroniki.org entnommen.

Zum Reinhören: Lieder der Band auf Youtube:

Poganaja Molodjosch (Poganaja Molodjosch), G.O., Albumversion, 1985
My – ljod (Totalitarism), G.O., Albumversion, 1989
Wsjo idjot po planu (Wsjo idjot po planu), G.O., Albumversion, 1988
Wsjo idjot po planu, Version aus den 1990ern (mit politischer Reinterpretation durch einen Youtubenutzer)
Jewangelije (Sto let odinotschestwa), Jegor i Opisdnjewschije, Albumversion, 1993
Wetschnaja Wesna (Sto let odinotschestwa), Jegor i Opisdnjewschije, Albumversion, 1993 (mit eindrucksvollem Video, das Ausschnitte aus Artur Aristakisjans Film „Ladoni“ von 1994 zeigt)
Rodina (Solnzeworot), G.O., Konzertmitschnitt „Russkij Proryw“ in Leningrad, 1994
Sijanije (Satschem Snjatsja Sny), G.O., Konzertmitschnitt 2006
Film über die Band,“Sdorowo i Wetschno“, 2014

Weiterführende Links (russischsprachig):

Übersicht über alle Alben und Zusammenfassungen zu Entstehung: http://www.gr-oborona.ru/pub/anarhi/1056981293.html
Sammlung von Publikationen über Letow, G.O. 1989-1997, legaler Download als PDF: http://www.gr-oborona.ru/pub/anarhi/
Gedichte von Djagilewa, Rjabinow, Letow 1994: http://www.gr-oborona.ru/pub/ruspole/
Weitere Interviews und Publikationen: http://www.gr-oborona.ru/pub/pub/
Über das Suchfeld auf der Website der Band lassen sich auch Texte zu allen Liedern finden.

Einen guten Einstieg ins Thema gibt Wladimir Koslow: Siberian Punk. How a rock movement changed Soviet culture, in: Russian Life 58, 3 (2015).

[1] Eine ausführliche Auseinandersetzung mit den Vorwürfen gegen G.O. (u.a.): Yngvar Steinholt: Siberian punk shall emerge here: Egor Letov and Grazhdanskaia Oborona, in: Popular Music 31, 3 (2012).

[2] Kaif: Slang für einen euphorischen Zustand unter Drogen, etwa „Kick“.

[3] Das Lied baut auf den Ausdruck «поднимать Россию с колен», das als politische Ansage zuerst von Jelzin eingebracht und Anfang der 1990er als Losung von den Nationalbolschewiki und ihren Sympathisanten aufgegriffen wurde. So wurde es auch vielfach von Wladimir Schirinowski verwendet. Zur Bedeutung der Phrase gibt der Soziologe Oleg Rjabow einen Einblick: Рябов О.В., Рябова Т.Б. «Россия поднимается с колен»? Ремаскулинизация и новая российская идентичность // Личность. Культура. Общество. Вып. 3-4 (42-43). 2008. С. 250–257. Über http://ttolk.ru/?p=19186 In jüngerer Zeit ist es ein beliebter Internet-Meme, der die neue Ideologie Putins beschreiben soll.

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